Nervensystem beruhigen – Geborgenheit als Basis
Wann hast du dich zuletzt wirklich geborgen gefühlt – nicht irgendwo draußen, sondern tief in dir selbst?
Nicht weil gerade alles rundläuft, sondern weil du bei dir warst, ganz gleich, was um dich herum los war?
Das ist die Frage, mit der ich auch meine Klientinnen oft aus der Reserve locke.
Und fast immer kommt erst ein Zögern, dann ein „Puh, gute Frage“ – und dann, ganz leise, eine Ahnung davon, wie lange dieses Gefühl schon nicht mehr da war.
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Toggle💖 Was Geborgenheit mit deiner inneren Liebenden zu tun hat
In meiner Arbeit begleite ich Frauen zu vier inneren Kräften, die wir alle in uns tragen: die Liebende, die Kriegerin, die Königin und die Magierin. Die Liebende ist die sanfteste von ihnen – und sie sucht genau das, worüber wir heute sprechen: Geborgenheit, Verwurzelung, ein sicheres Zuhause in dir selbst.
Diese Sehnsucht hat auch einen Ort im Körper: das Wurzel-Chakra, ganz unten an deiner Wirbelsäule. Wenn es ins Stocken gerät, fühlt sich das Leben schnell unsicher an. Du wirkst rastlos, ängstlich, heimatlos in dir selbst. Die innere Liebende kennt dieses Gefühl gut – und sie weiß auch, wo die Antwort darauf wächst: nicht draußen, sondern in dir.
⏰Dein Nervensystem: Warum Geborgenheit keine Kleinigkeit ist
Geborgenheit klingt schnell nach etwas Kindlichem, nach Kuscheldecke und Gutenachtgeschichte. Dabei ist sie ein Grundbedürfnis, das dich ein Leben lang begleitet – körperlich, nicht nur gefühlt.
Wenn du dich geborgen fühlst, übernimmt dein Parasympathikus das Steuer. Das ist der Teil deines Nervensystems, der für Ruhe und Regeneration zuständig ist. Der Herzschlag wird langsamer, die Atmung tiefer, die Muskeln lassen los. Dein Körper atmet regelrecht auf.
Fehlt Geborgenheit, springt dein Nervensystem dagegen in Alarmbereitschaft. Die Schultern wandern nach oben, der Atem wird flach, die Gedanken drehen sich im Kreis. Nicht, weil du überempfindlich bist, sondern weil dein System unermüdlich nach Sicherheit sucht.
Genau hier setzt ein Begriff an, der dir vielleicht schon begegnet ist: den „Vagusnerv aktivieren“. Der Vagusnerv ist der größte Nerv deines parasympathischen Nervensystems, er verbindet Gehirn, Herz und Bauch und meldet deinem Körper: Du bist sicher, du darfst loslassen. Du musst dafür nichts Kompliziertes lernen. Ein langsamer, tiefer Atemzug, ein bewusstes Summen, kaltes Wasser im Gesicht – all das spricht deinen Vagusnerv an und bringt dich Stück für Stück aus dem Alarmmodus zurück.
Das ist auch die ehrliche Antwort auf die Frage, wie du dein Nervensystem beruhigen kannst, ohne Medikamente: über den Körper. Nicht mit einem großen Plan, sondern mit kleinen, wiederholten Signalen der Sicherheit. Genau darum geht es auch bei der Übung, die ich dir jetzt zeigen möchte.
🤗 Die Selbstumarmung: eine kleine Geste mit großer Wirkung
Leg die rechte Hand auf deine linke Schulter, die linke Hand auf deine rechte Schulter, sodass sich deine Arme sanft vor der Brust kreuzen. Eine echte Umarmung, von dir, für dich. Wiege dich dabei ganz sanft, vor und zurück oder leicht von Seite zu Seite. Ganz langsam, ganz ohne Ziel.
🟡 Rechte Hand auf die linke Schulter
🟡 Linke Hand auf die rechte Schulter
🟡 Sanftes Wiegen, so lange es guttut
Was dabei in deinem Körper passiert, ist keine Kleinigkeit. Diese Bewegung aktiviert den Parasympathikus, dein Gehirn empfängt das Signal:
🟡Ich bin gehalten.
🟡 Ich bin sicher.
🟡 Ich bin nicht allein.
Ganz gleich, ob die Umarmung von dir selbst kommt oder von außen, dein Körper glaubt diesem Gefühl.
So eine einfache und intuitive Geste, ähnlich dem sogenannten Butterfly Hug aus der Traumatherapie, wirkt oft mehr, als man ihr zutraut. Manchmal weiß der Körper eben schon lange, was die Wissenschaft erst später bestätigt. Ich nutze sie, um Geborgenheit fühlen zu können, ganz ohne großen Aufwand, einfach mit meinen eigenen Händen.
🌿 Warum manche von uns sich nie richtig geborgen fühlen
Vielleicht kennst du das Gefühl, ständig zu funktionieren und trotzdem nirgends wirklich anzukommen. Das hat selten mit Undankbarkeit oder Schwäche zu tun. Oft liegt die Wurzel viel früher, in den ersten Jahren deines Lebens.
In der Bindungstheorie schauen wir darauf, wie verlässlich Nähe und Trost in der Kindheit da waren.
War jemand da, wenn du geweint hast?
Durftest du dich fallen lassen, ohne dass sich jemand abwandte?
Wenn Geborgenheit damals unregelmäßig oder gar nicht da war, entwickelt sich oft ein unsicherer Bindungsstil, eine leise, meist unbewusste Grundhaltung: Ich muss mich um Nähe bemühen, ich kann mich nicht einfach fallen lassen.
Das ist keine Schwäche und schon gar kein Makel. Es ist eine kluge Anpassung eines kleinen Menschen an das, was damals verfügbar war. Und das Schöne daran: Was in der Kindheit gefehlt hat, kannst du dir heute, als erwachsene Frau, selbst schenken. Nicht, um die Vergangenheit ungeschehen zu machen, sondern um dir jetzt das zu geben, was du damals gebraucht hättest. Genau das ist die Aufgabe deiner inneren Liebenden.
🌳 Erdung für zwischendurch
Neben der Selbstumarmung gibt es eine zweite, sehr einfache Übung, die dein Nervensystem in Sekunden beruhigt: eine kleine Grounding-Technik.
Stell beide Füße fest auf den Boden
Spüre bewusst, wo der Boden dich trägt, die Fersen, die Fußballen, jeden Zeh
Nenne dann still für dich: fünf Dinge, die du siehst, vier, die du hörst, drei, die du gerade körperlich spürst
Diese kurze Übung holt dich aus dem Gedankenkarussell zurück in deinen Körper und genau dort, im Körper, sitzt auch dein Wurzel-Chakra. Wenn du magst, dich noch tiefer darauf einzulassen, führe ich dich in der Podcast-Folge „Geborgenheit als Basis“ durch eine ausführlichere Reise zu deinem Wurzel-Chakra, mit einer Vorstellungsreise an einen ganz eigenen, sicheren Ort.
Am besten hörst du sie dir in einem ruhigen Moment an, mit geschlossenen Augen.
💭 Fragen zum Nachspüren
Bevor du weiterscrollst, nimm dir gern einen Moment für diese Fragen. Du musst sie nicht sofort beantworten, manchmal reicht es, sie einfach mitzunehmen.
Wer oder was schenkt dir in deinem Alltag wirklich Geborgenheit?
Wann hast du dich als Kind besonders sicher gefühlt – und was genau hat das ausgemacht?
Was würdest du heute tun, wenn du dir selbst die Geborgenheit schenken würdest, die du dir manchmal von außen wünschst?
🔁 Der Blick auf das große Ganze
Geborgenheit ist die stille Basis, auf der auch die anderen drei Kräfte in dir stehen.
Erst wenn deine innere Liebende weiß, dass sie sicher ist, kann die Kriegerin klar Nein sagen, kann die Königin Richtung geben, kann die Magierin neue Wege sehen.
Ohne dieses Fundament bleibt vieles davon anstrengend, mit ihm wird es leichter.
Wenn du spüren möchtest, wie es um deine vier inneren Anteile gerade steht, findest du auf herzensglanz.de einen kleinen Selbst-Test dazu.
Und wenn du dir Geborgenheit, Kraft, Klarheit und Weisheit noch greifbarer machen möchtest, begleitet dich dabei vielleicht unser Karten-Set „Seelen-Balance“, das ich gemeinsam mit meiner Kollegin entwickelt habe.
Falls du merkst, dass du bei diesem Thema gern tiefer schauen möchtest, freue ich mich, dich auf diesem Weg zu begleiten.
🩷liche Grüße Marion Lauter
psych. Heilpraktikerin